Familienziele
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Erfrischendes Familienziel – die Scheidegger Wasserfälle

Die untere Stufe der Scheidegger Wasserfälle

Eines der schönsten Geotope Bayerns, ein Spielplatz für die kleinen und ein Geo-Erlebnispfad für die größeren Kinder, ein Märchenwald und ein Kiosk – die Scheidegger Wasserfälle bieten wirklich alles, was man für einen rundum gelungenen Familienausflug braucht. Die Anlage ist in sehr gutem Zustand, denn sie wurde als Westallgäuer Partnerstandort der Gartenschau Lindau 2021 gründlich renoviert und erweitert.

Wasserfall

Geformt hat dieses Geotop der Rickenbach, der sich zäh in den Grund gegraben hat. Die weichen Bodenbestandteile hat das Wasser im Lauf der Jahrtausende weggespült, die harten Brocken blieben da. Sie bilden heute die Stufen, über die sich der Bach hinabstürzt. Unterhalb der Scheidegger Wasserfälle beginnt die Rohrachschlucht, die nicht zugänglich und wegen ihres Artenreichtums als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.

Ein Rundgang durch das Geotop Scheidegger Wasserfälle

Ich konnte mir die Anlage kurz vor der Wiedereröffnung im Mai 2021 ansehen und hatte sie daher fast für mich allein. Normalerweise herrscht dort an schönen Tagen lebhaftes Treiben; das müsst ihr euch halt dazudenken.

Gleich hinter dem Kiosk, an dem ihr auch den kleinen Eintritt für die Scheidegger Wasserfälle entrichtet, liegt der Spielplatz. Neben einer archimedischen Schraube und einem kleinen Wasserlauf zum An- und Abstauen gibt es dort Rutschen, Wippen, Schaukeln und Balanciermöglichkeiten.

Wasserspielplatz an den Scheidegger Wasserfällen

Die tolle rote Rutsche wurde neu in den Wald gebaut.

Große Rutsche im Wald an den Scheidegger Wasserfällen

Der kleine Rundweg führt uns aber zunächst nach links, zum ersten Wasserfall.

Rundweg an den Scheidegger Wasserfällen

Ebenfalls neu eingerichtet wurde der Geo-Erlebnispfad. Die Hütte mit dem runden Dach, die ihr links oben im Bild seht, ist für kleine Naturforscher gedacht, die dort Steine schleifen können.

Station am Geo-Erlebnispfad Scheidegg

Gleich danach kommt der erste der insgesamt drei Scheidegger Wasserfälle. Toll ist, dass der Weg hinter ihm unter dem Felsüberhang hindurchführt.

Wasserfall bei Scheidegg

Der Blick durch den Wasserfall hindurch ist faszinierend:

Hinter dem Wasserfall in Scheidegg

Anschließend schlängelt sich der Weg am wildromantischen Rickenbach entlang.

Romantischer Rickenbach im Westallgäu

Man überquert den Bach auf diesem Steg. Nach rechts geht es dann wieder zurück Richtung Spielplatz.

Steg über den Rickenbach

Nach dem kleinen Wasserlauf gelangt man zu einer Aussichtsplattform.

Wasserlauf auf dem Wasserspielplatz Scheidegg

Von dort habt ihr den besten Blick auf die beiden großen Scheidegger Wasserfälle. Die zwei Felsstufen sind insgesamt 40 Meter hoch!

Blick auf die Scheidegger Wasserfälle

Zur Linken könnt ihr einen Blick in die Rohrachschlucht werfen, die der Bach in die Landschaft eingeschnitten hat.

Blick in die Rohrachschlucht

Von der Plattform geht es erneut Richtung Spielplatz, dann nach links zum oberen Bachbett. So täuschend unscheinbar sieht der Rickenbach vor der Absturzkante aus:

Rickenbach-Absturzkante

Es gibt noch drei weitere Aussichtsplattformen, von denen aus ihr die Scheidegger Wasserfälle aus den unterschiedlichsten Perspektiven bestaunen könnt. Zwei davon liegen unterhalb in der Schlucht. Steile Treppen führen abwärts.

Treppe zur Aussichtsplattform

Von der Plattform eine Etage tiefer könnt ihr den oberen Wasserfall am besten sehen. Er hat das Gestein zu einem riesigen Kessel geformt.

Oberer Wasserfall in Scheidegg

Dann steigt man nochmals abwärts bis zur untersten Plattform.

Treppe zur untersten Aussichtsplattform an den Scheidegger Wasserfällen

Hier unten hat das Wasser fast eine Höhle geschaffen.

Unterer Wasserfall in Scheidegg

Nach ausgiebiger Schau- und Fotophase gilt es zunächst, all die steilen Stufen wieder hinaufzusteigen. Oben angekommen, folgt ihr den Schildern zum Ausgang und gelangt damit in den Märchenwald, der anlässlich der Neugestaltung 2021 oberhalb der Scheidegger Wasserfälle angelegt worden ist.

Tor zum Märchenwald an den Scheidegger Wasserfällen

Kinder können dort mit dem Smartphone einen QR-Code scannen und sich ein Märchen erzählen lassen. Den Code gab es bei meinem Besuch noch nicht, aber ich tippe darauf, dass es irgendwie um Rapunzel geht. Sie sitzt nämlich am Wegesrand.

Im Märchenwald an den Scheidegger Wasserfällen

Aus ihrem Turm kann sie jederzeit raus; sicher freut sie sich über Mitrutscher.

Rapunzelturm mit Rutsche

Auch an die ermatteten Eltern wurde im Märchenwald fürsorglich gedacht.

Panomaraliegen

Dieses Klettergerüst wird als „Lümmel-Blatt“ angekündigt. Bestimmt dürfen dort auch brave Kinder spielen. Oder auch mal lümmeln.

Lümmel-Blatt

Aus dem Märchenwald geht es dann wieder zum Kiosk und damit zum Ausgang.

Fazit und Tipps zu den Scheidegger Wasserfällen

Das Geotop gehört zu Recht zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Westallgäu bzw. im Bodensee-Hinterland. Die Erweiterungen der Anlage (Märchenwald, Geo-Erlebnispfad, weitere Spielgeräte) finde ich sehr gelungen. Obwohl der Geo-Erlebnispfad vermutlich eher für Schulklassen interessant ist als für „normale“ Besucherkinder. Die Scheidegger Wasserfälle selbst sind wunderschön anzusehen – ganz besonders, wenn ihr nach einer Regenphase kommt, wenn der Rickenbach ordentlich gurgelt und tost.

Tipp: Wegen der vielen Stufen solltet ihr geeignetes Schuhwerk anziehen und für Kleinkinder lieber eine Kraxe als einen Kinderwagen mitnehmen.

Parkmöglichkeiten, Öffnungszeiten den jeweils geltenden Eintritt findet ihr auf der Website der Gemeinde Scheidegg. Grundsätzlich ist nur bei gutem Wetter geöffnet.

Ein weiterer Partnerstandort der Gartenschau Lindau 2021 war übrigens die Hausbachklamm im nahe gelegenen Weiler. Hier geht es zu meinem Post zur Wanderung durch die Hausbachklamm. Falls ihr an einem heißen Tag kommt und nach dem Besuch der Wasserfälle noch Lust auf eine Badepause habt, empfehle ich euch das Alpenfreibad Scheidegg. Für mich ist es eines der drei schönsten Freibäder im ganzen Allgäu.

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Kategorie: Familienziele

von

Oft und gerne tief im Allgäu unterwegs als Bloggerin und Reiseführerautorin

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